Eine bemerkenswerte Veranstaltung fand vor einigen Tagen in der Aula der Cäci statt, wenn auch der als „Trialog“ angekündigte Vortrag mit Gespräch aufgrund einer Erkrankung von Jouanna Hassoun zu einem Dialog von Shai Hoffmann mit dem Publikum verändert werden musste. Das Thema „Wie wir über Israel und Palästina sprechen“ interessierte offensichtlich viele Menschen, und so war die Aula sehr gut besucht.
Das Besondere an diesem Format besteht darin, dass mit Shai Hoffmann ein deutscher Jude mit israelischen Wurzeln und Jouanna Hassoun eine Deutsch-Palästinenserin ihre Sichtweise auf den Konflikt nach dem 7. Oktober präsentieren und gemeinsam und multiperspektivisch beleuchten. Als Zielgruppe für das Trialog-Format definieren sie dabei in besonderer Weise Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Ihre Intention: Begegnungsräume schaffen und die schwierige Situation differenziert besprechen, denn auch in Deutschland sind und fühlen sich viele Schülerinnen und Schüler vom Israel-Palästina-Konflikt bewegt und betroffen und suchen nach Ausdrucks- und Umgangsweisen damit und den anderen Positionen. Ein besonderer Moment entstand, als Shai Hoffmann an einem Beispiel die gegensätzliche Bewertung einer Situation aufzeigte: Während die Familie von Jouanna Hassoun die Mittelmeerstadt Akko im Kontext der Nakba verlassen musste, fand die von Shai Hoffmann nur kurze Zeit später nach dem Holocaust in Europa dort eine neue Heimat – Akko wurde zum Sinnbild für Verlust und Schmerz bei den einen, für Sicherheit und Ankommen bei die anderen.
Shai Hoffmann betonte, mit dem Trialog-Projekt könne der Konflikt natürlich nicht von Deutschland aus gelöst werden, aber er möchte einen Beitrag zur Empathie füreinander zwischen Juden und Palästinensern leisten. Und solange bei Schülerinnen und Schülern der Funke nicht erloschen sei, habe er Hoffnung, sagte er am Ende des Abends.
Unterstützt wurde der Vortrag von mehr als 20 Partnern in und um Oldenburg.
Text: Gb, Foto(s): Gb



